Thursday

Liebhaber in allen Gestalten, D.558 (Schubert, Franz)



Ich wollt', ich wär' ein Fisch,
So hurtig und frisch;
Und kämst du zu angeln,
Ich würde nicht mangeln.
Ich wollt', ich wär' ein Fisch,
So hurtig und frisch;

Ich wollt', ich wär' ein Pferd,
Da wär' ich dir wert.
Oh, wär' ich ein Wagen,
Bequem dich zu tragen.
Ich wollt', ich wär' ein Pferd,
Da wär' ich dir wert.

Ich wollt', ich wäre Gold,
Dir immer im Sold;
Und tätst du was kaufen,
Käm ich [wieder]1 gelaufen.
Ich wollt', ich wäre Gold,
Dir immer im Sold.

Ich wollt', ich wäre treu,
Mein Liebchen stets neu;
Ich wollt' mich verheißen,
Wollt' nimmer verreisen.
Ich wollt', ich wäre treu,
Mein Liebchen stets neu.

Ich wollt', ich wäre alt
Und runzlig und kalt;
Tätst du mir's versagen,
Da könnt mich's nicht plagen.
Ich wollt', ich wäre alt
Und runzlig und kalt.

Wär' ich Affe sogleich
Voll neckender Streich;
Hätt' was dich verdrossen,
So macht ich dir Possen.
Wär' ich Affe sogleich
Voll neckender Streich.

Wär' ich gut wie ein Schaf,
Wie der Löwe so brav;
Hätt' Augen wie's Lüchschen
Und Listen wie's Füchschen.
Wär' ich gut wie ein Schaf,
Wie der Löwe so brav.

Was alles ich wär',
Das gönnt ich dir sehr;
Mit fürstlichen Gaben,
Du solltest mich haben.
Was alles ich wär',
Das gönnt ich dir sehr.

Doch bin ich, wie ich bin,
Und nimm mich nur hin!
Willst [du]1 beßre besitzen,
So laß sie dir schnitzen.
Doch bin ich, wie ich bin,
Und nimm mich nur hin!
 
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